Ammersee

Die Künstlergemeinde am Westufer

Wilhelm Leibl wohnte schon 1875 in Schondorf; ab 1893 malte Paul Hoecker mit seinen Akademieschülern im Freien bei Holzhausen – um 1900 wurde das Westufer zur Künstlerlandschaft.

Christuskirche in Utting am Ammersee
Die Christuskirche in Utting, 1927 nach Plänen Max Joseph Gradls errichtet.

Die Entdeckung des Westufers begann früh: 1875 zog der Maler Wilhelm Leibl nach Schondorf, der Selzam’sche „Schlössl“-Bau entstand ab 1889 in Utting. 1893 brachte der Akademieprofessor und Secessions-Mitgründer Paul Hoecker seine Malklasse zum Pleinair-Malen nach Holzhausen – der Anfang einer der interessantesten Künstlerkolonien Bayerns.

Aus der 1899 gegründeten Münchner Künstlergruppe „Scholle“ ließen sich gleich mehrere Maler dauerhaft nieder: Walter Georgi, Adolf Münzer und Fritz Erler erwarben zwischen 1903 und 1905 Grundstücke in Holzhausen, der Simplicissimus-Zeichner Eduard Thöny folgte 1906. Mathias und Anna Gasteiger bauten sich schon 1902/03 ein Jugendstil-Haus am Ufer; Gäste wie Leo Putz und Edward Cucuel kamen zum Malen an den See. Möglich machte das nicht zuletzt die Ammerseebahn, die das Ufer seit 1898 mit München verband.

Schondorf steuerte die Architektur bei: Mit Max Joseph Gradl wirkte ab 1910 ein Gestalter im Ort, der Landhäuser, Uferanlagen und 1927 auch die evangelische Christuskirche in Utting schuf. Die Kirche brannte 2021 aus bis heute ungeklärter Ursache ab; ihr Wiederaufbau hält die Erinnerung an die Künstlergemeinde lebendig.

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